Sitemap E-Mail an Uschi Gästebuch Google Impressum Haftungsausschluss

Katalonien

Katalonien

Es ist wieder einmal so weit. Zu viele Überstunden, man ist gestresst, genervt. Ein alter
Freund, der in Spanien lebt, macht den Vorschlag, das wir doch eine Woche nach
Cambrils kommen sollten. Gesagt getan, eine Woche später stehen wir in Barcelona
auf dem Flugplatz. Auch hier empfängt uns der Wettergott erst einmal mit Regen.
Egal, ich denke nur an freien Tage, Ausschlafen, Faulenzen.................Bei Avis steht
unser Mietwagen und außer einem Mal verfahren kommen wir gut an. Heute wird nur
noch geduscht, eine Kleinigkeit gegessen und ab in die Heia. Nach dem Frühstück
geht es erst einmal durch Cambrils. Um diese Jahreszeit ist es sehr ruhig.
Die Souvenirgeschäfte sind voller Kitsch und Ramsch, nichts für mich. Die kleinen
Kneipen sind dafür genau das Gegenteil. Wir entscheiden uns für eine Bar gegenüber
des Fischereihafens. Hier ist es ein Muss, um fünf Uhr abends zu sitzen. Zuerst sieht
man alles voll Möwen am Himmel, dann laufen die Fischerboote ein. Aus allen Ecken
kommen jetzt Leute herbei und der Himmel wird immer dunkler vor lauter Möwen. Ein
wahres Schauspiel. In der großen Halle wird der Fischfang des Tages angepriesen. Von
der einfachen Hausfrau, Restaurantbesitzer, Großhändler, so ziemlich jeder ist bei
diesem Schauspiel anwesend und feilscht um die Ware. Abends, wenn es dunkel wird
und die Lichter angehen, ist es sehr romantisch Ich könnte Stunden in den kleinen
gemütlichen Restaurants oder Kneipen verweilen. Aber eben nur um diese Jahreszeit,
wenn alles ein wenig ausgestorben ist. Auf dem Stadtplan zähle ich 26 Hotels, 7
Appartements, 8 Pensionen und 8 Campingplätze. Ich bekomme einen Horror, wenn
ich mir diesen Rummel im Sommer vorstelle. Wir entschließen uns Salou zu besichtigen.
Schon lange wollte ich mal diese Bettenburgen sehen, zu denen ganze Völkerscharen
jeden Sommer hin pilgern. Ich finde es erschreckend. 61 Hotels auf engstem Raum.
Wir laufen bis zum Hotel Jaime1. Es gleicht einer Todesstadt. Alles wirkt verrammelt
und verlassen. Eine große Hotelanlage nach der anderen ragt zum Himmel. Ich will
nur weg. Wie muss es sein nach zwanzig Busstunden kaputt und erschöpft hier
anzukommen. Solche Massen können doch nur abgefertigt werden. Schrecklich.
Heute geht es nach Barcelona. Es fällt mir schwer einen Anfang zu finden. Denn
diese Stadt ist ein Traum. Sie pulsiert, sie lebt. Ich liebe sie. Von der Metro aus geht
es zum Hafen. Es ist schade das wir nicht so viel Zeit haben. Trotz der vielen Leute
geht es nicht hektisch zu. Wir setzen uns am Wasser auf eine Parkbank und genießen
die Aussicht auf die schönen Schiffe und Boote die vor Anker liegen. Hinter uns das
Columbusdenkmal. Auf der Las Ramblas ist richtig was los. Auch hier fehlt uns wieder
einmal die Zeit für einen längeren Aufenthalt. Ich würde mir gerne einige Designerläden
ansehen. Die Stadt ist voll davon. Rechts und links stehen jede Menge verkleideter
Künstler. Sie wirken wie versteinert. Doch wirft man ein Geldstück in die Schale davor,
bewegen sie sich ruckartig. Da ich die VIP-Karte habe, freue ich mich besonders auf
den Anblick eines Hardrock Cafe Restaurant. Denn für alles was ich verzehre oder kaufe
bekomme ich Punkte auf meiner Karte. Die ich überall einlösen kann. Auch gibt es das
besondere Privileg, wenn das Restaurant voll ist, den nächsten freien Platz zu bekommen.
Und die anderen müssen warten. Natürlich nicht zu vergessen, die Sagrada de Familia .
Überall Baugerüste, Kräne, Steinhaufen. Im November 1883 übernahm Anton Gaudi im
Alter von 31 Jahren die Bauleitung. Sie ist das Wahrzeichen von Barcelona. Die beiden
mittleren Glockentürme sind über 100 Meter hoch. Der geplante Hauptturm soll 170
Meter hoch werden. Jeder, der mal davor stand, wird mir recht geben: Sie ist ein
Meisterwerk. Man muss es einfach gesehen haben. Überall in der Stadt erkennt man
die Handschrift Gaudis. Finca Güell, Park Güell, Casa Batllo, Casa Mila, Casa Vicens.
Ich würde noch so gerne alles sehen aber, die Zeit spielt nicht mit. Schade, aber ich
komme wieder. Ich bin mir ganz sicher.
Eine Woche Spanien ist viel zu kurz. Wir sitzen den Rest unseres Urlaubs oft am Hafen.
Machen Spaziergänge, lassen einfach die Seele baumeln. Es ist jetzt schon beschlossene
Sache. Das nächste Mal, wenn wir wieder kommen, bleiben wie eine ganze Woche in Barcelona.